Reiterhosen

Von Reiterhosen (manchmal auch Reithosen) spricht man, wenn die oberen Außenseiten der Oberschenkel verdickt sind. Als Ursachen für Reiterhosen kommen Übergewicht, genetische Veranlagung, aber auch Fettverteilungsstörungen wie Lipödem oder Lipohypertrophie in Frage. Die Behandlung oder Reduzierung der Reiterhosen richtet sich nach der Ursache und reicht von einer Veränderung des Lebensstils bis hin zu operativen Eingriffen.

Was sind Reiterhosen?

Früher, als es noch keine elastischen Stoffe gab, waren Reiterhosen am Oberschenkel weiter geschnitten, um eine bessere Beweglichkeit der Reiter zu ermöglichen. Dadurch wölbten sich die Hosen aus. Die Fetteinlagerungen am oberen, äußeren Oberschenkel wurden aufgrund der optischen Ähnlichkeit zu diesen Auswölbungen als Reiterhosen bezeichnet. Typisch für Reiterhosen ist, dass die Oberschenkel im oberen Bereich und oft auch Hintern / Hüften im Verhältnis zum restlichen Körper dicker aussehen. Das zeigt sich bei manchen Betroffenen auch in einer Kleidergröße, die am Oberkörper kleiner ist als am Unterkörper.

Ursachen für Reiterhosen

Für die Entstehung von Reiterhosen können völlig harmlose Ursachen in Frage kommen:

  • Übergewicht: Bei Übergewicht wird das Fett bei manchen Frauen vorzugsweise im Bereich von Hintern und Oberschenkeln eingelagert, was zu Reiterhosen führen kann.
  • Veranlagung: Wie sich die Fettzellen am Körper verteilen, ist bis zu einem gewissen Grad genetisch bedingt. Wird Fett vorzugsweise an den oberen Bereichen der Oberschenkel eingelagert, können auch ohne ausgeprägtes Übergewicht sichtbare Reiterhosen entstehen. Diese Art der Fettverteilung gilt generell als gesundheitlich günstig, im Gegensatz zur übermäßigen Einlagerung von Bauchfett.1

Möglich sind aber auch Fettverteilungsstörungen. Diese Erkrankungen, beispielsweise das Lipödem, zeichnen sich dadurch aus, dass die Reiterhosen auch bei einer Gewichtsabnahme bleiben. Treten zusätzlich auch Schmerzen, Schwellungen, eine leichtere Bildung von Hämatomen (blauen Flecken) oder Fetteinlagerungen am restlichen Bein oder an den Armen auf, sollte eine ärztliche Diagnose erfolgen.

  • Lipödem: Ein beginnendes Lipödem, eine Störung der Fettverteilung mit vermehrter Fetteinlagerung, kann sich als Reiterhose äußern. Mehr Hintergrundinformationen gibt es unter dem Eintrag zum Lipödem.
  • Lipohypertrophie: Eine Lipohypertrophie der Extremitäten ist eine Fettvermehrung im Unterhautfettgewebe. Sie kann verschiedene Körperbereiche betreffen und unter anderem auch zur Reiterhose führen.

Behandlung, Reduzierung und Entfernung von Reiterhosen

Die Behandlung von Reiterhosen hängt von der Ursache ab. Leichtere Umfangsvermehrungen lassen sich oft durch Sport, eine ausgewogene Ernährung und / oder Gewichtsreduktion deutlich verbessern. Außerdem ist bei stärker ausgeprägten Fetteinlagerungen oder Hautüberschüssen eine operative Oberschenkelstraffung möglich, bei der der Fokus speziell auf die Außenbereiche der Oberschenkel gelegt wird (Außenbeinlifting). Diese Schönheitsoperation wird bei Reiterhosen meist mit einer Fettabsaugung kombiniert.2

Anders sieht es bei Erkrankungen wie dem Lipödem oder der Lipohypertrophie aus. Hier können verschiedene ärztliche Maßnahmen helfen. Dazu gehören Bewegungstherapien (vorzugsweise im Wasser), Physiotherapie, Lymphdrainagen, Ernährungsumstellung oder die Kompression mit Kompressionsstrümpfen.  Bei starker Ausprägung der Fettdepots beim Lipödem, bei Schmerzen oder Einschränkungen der Lebensqualität ist eine Fettabsaugung das Mittel der Wahl, um Fettvermehrungen dauerhaft zu reduzieren.3

Quellen

  1. Frank AP, et al. Determinants of body fat distribution in humans may provide insight about obesity-related health risks. J Lipid Res. 2019 Oct;60(10):1710-1719.
  2. Bellini E, et al. A journey through liposuction and liposculture: Review. Ann Med Surg (Lond). 2017 Nov 6;24:53-60.
  3. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP). S1-Leitlinie 037/012: Lipödem. 10/2015.

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