Eigenfett-Transfer

Beim Eigenfett-Transfer (Lipograft / Lipografting, Fatgrafting, Eigenfetttransplantation) wird körpereigenes Fett als Füllstoff verwendet, um an gewünschten Bereichen Volumen aufzubauen. Diese Technik kann medizinischen Zwecken dienen oder bei Schönheitsoperationen zum Einsatz kommen.

Was ist Eigenfett-Transfer?

Die Transplantation von Eigenfett wird auch Lipografting oder Eigenfett-Transfer genannt. Dabei werden zunächst Fettdepots im Körper genutzt, um dort Fett abzusaugen. Das hat den durchaus erwünschten Nebeneffekt, dass an dieser Stelle Fettzellen dauerhaft verschwinden. Häufig nutzt man Fettgewebe am Bauch, es sind jedoch auch alle anderen Bereiche möglich, an denen eine Fettabsaugung durchgeführt werden kann.

Ablauf einer Übertragung von Eigenfett

Je nach Einsatzgebiet kann ein Eigenfett-Transfer unterschiedlich ablaufen. Dabei kommen in der Regel die folgenden Schritte zum Einsatz:

  • Fettgewinnung: Eigenfett kann durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) gewonnen werden, beispielsweise am Bauch, Gesäß oder Oberschenkel.
  • Aufbereitung der Fettzellen: Das gewonnene Fett wird gefiltert, gereinigt und je nach gewünschter Anwendung unterschiedlich aufbereitet. Möglich ist auch eine zusätzliche Behandlung mit PRP (platelet-rich plasma), um die Einheilrate zu verbessern.
  • Injektion des Eigenfetts: Das Fett wird injiziert. Ist eine größerer Volumenzuwachs gewünscht (siehe Brustvergrößerung mit Eigenfett sowie Povergrößerung mit Eigenfett) können unter Umständen mehrere Wiederholungen gemacht werden.
  • Anwachsen der Fettzellen: Ein gewisser Prozentsatz (je nach Ausgangslage und Aufreinigung zwischen 20 und 90%) der Fettzellen wächst an und verbleibt somit dauerhaft am Transplantationsort.

Wann wird Eigenfett eingesetzt?

Eigenfett kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn eine Volumenzunahme gewünscht ist. Das können medizinische Indikationen, kosmetische Injektionen oder Schönheitsoperationen sein.

Vorteile des Lipograftings

Der Einsatz von Eigenfett hat (im Vergleich zu Implantaten oder kosmetischen Fillern) mehrere Vorteile. Es handelt sich um körpereigenes Material. Dadurch besteht kein Risiko einer Allergie oder Fremdkörperreaktion. Zudem ist eine Kombination aus Fettabsaugung (Fettreduzierung an Problemzonen) und dem Auffüllen von eingefallenen Bereichen möglich, was oft erwünscht ist.1 In der Regel gibt es keine Narbenbildung.

Einsatzgebiete des Eigenfett-Transfers

Lipografting kann medizinisch eingesetzt werden. Beispielsweise kann ein Brustaufbau nach einer Brustkrebsbehandlung mit Eigenfett durchgeführt werden. Auch bei chronischen Wunden, strahlungsgeschädigter Haut, Vernarbungen oder Verbrennungen kann ein Lipografting helfen.

Allerdings kommt der Eigenfett-Transfer häufiger aus ästhetischen Gründen zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem folgende Anwendungen2:

  • Povergrößerung mit Eigenfett
  • Brustvergrößerung mit Eigenfett
  • Ausgleich von ungleich großen oder verschieden geformten Brüsten
  • Auffüllen und Glätten von Falten (Lipofilling)
  • Korrektur von Dellen oder Narben
  • Auffüllen von eingefallener oder hängender Haut im Gesicht
  • Handverjüngung
  • Lippenvergrößerung mit Eigenfett
  • Auffüllen von Schamlippen mit Eigenfett
  • Eigenfett-Transfer zur Penisverdickung

Quellen

  1. Doornaert M, et al. Autologous fat grafting: Latest insights. Ann Med Surg (Lond). 2018 Oct 16;37:47-53.
  2. Maarten Doornaert 1, Julien Colle 1, Elisabeth De Maere 1, Heidi Declercq 1, Phillip Blondeel 1 med. Klaus Ueberreiter (Hrsg.): Autologe Fettgewebstransplantation. Springer Berlin Heidelberg. Print ISBN: 978-3-662-49488-2. Electronic ISBN: 978-3-662-49489-9.

Ähnliche Einträge

Menü