Statistische Erhebung der Komplikationsrate bei älteren Patienten

Eine kürzlich durchgeführte Studie, die bei dem vom 10. bis 14. Oktober in Chicago stattfindenden jährlichen wissenschaftlichen Meeting „Plastic Surgery The Meeting“ der American Society of Plastic Surgeons (ASPS) vorgestellt wurde, kam zu folgendem Ergebnis: Für ältere Menschen, die sich für einen kosmetischen Eingriff entscheiden, besteht kein erhöhtes Risiko, da auch bei dieser Gruppe nicht mehr Komplikationen auftreten als bei jüngeren Patienten.

Dr. med. Jan Pilka sagte: „Da immer mehr Menschen in fortgeschrittenem Alter eine Schönheitsoperation in Betracht ziehen, sollten wir besser verstehen, welche Komplikationen lediglich bei kosmetischen Eingriffen an älteren Patienten auftreten. Unsere Studie hat gezeigt, dass sich Patienten, die älter als 65 Jahre sind, ohne Weiteres einem kosmetischen Eingriff unterziehen können. Hierbei ist die Zahl der Komplikationen nahezu mit der Komplikationsrate bei jüngeren Patienten vergleichbar, wenn die Operation von einem zertifizierten plastischen Chirurgen durchgeführt wird.“

Das Alter der Bevölkerung in den USA steigt stetig. Und viele Männer und Frauen, die 65 Jahre oder älter sind, entscheiden sich für einen kosmetischen Eingriff. Eine umfassende Prüfung der Informationen der CosmetAssure-Datenbank für den Zeitraum von Mai 2008 bis Mai 2013 hat gezeigt, dass postoperative Komplikationen bei älteren Menschen 1,94 Prozent betrugen, was statistisch nicht signifikant von der Komplikationsrate jüngerer Patienten abweicht, die bei 1,84 Prozent lag. Für diese Studie lag das Durchschnittsalter der älteren Patienten bei 69,1 Jahren. Das Durchschnittsalter der jüngeren Patienten lag bei 39,2 Jahren.

Diese ähnliche Komplikationsrate trat ungeachtet der überdurchschnittlich hohen gesundheitsbezogenen Indikatoren bei der Gruppe der älteren Patienten im Vergleich zu den jüngeren Patienten auf, einschließlich eines höheren Body-Mass-Index (25,4 Prozent im Vergleich zu 24,2 Prozent) sowie einer höheren Zahl an Diabeteserkrankungen (5,7 Prozent im Vergleich zu 1,6 Prozent). Es waren jedoch nicht alle Indikatoren negativ, beispielsweise rauchten bei den älteren Patienten 3,4 Prozent im Vergleich zu 8,5 bei den jüngeren Patienten.

Die Studie zeigte außerdem, dass die postoperativen Komplikationsraten der achtzigjährigen Patienten (Patienten, die 80 Jahre oder älter sind) bei 2,2 Prozent lag. Das ist ebenfalls statistisch nicht signifikant im Vergleich zur Komplikationsrate von 1,94 Prozent für alle Patienten, die 65 Jahre und älter sind, sowie verglichen mit der Komplikationsrate von 1,84 Prozent bei jüngeren Patienten.

Außerdem sollte beachtet werden, dass bei älteren Patienten mehr gesichtschirurgische Eingriffe vorgenommen wurden als bei jüngeren Patienten (62,9 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent). Der einzige kosmetische Eingriff, der auf eine höhere Komplikationsrate bei älteren Patienten schließen ließ, war die Bauchdeckenstraffung (5,4 Prozent im Vergleich zu 3,9 Prozent). Die häufigsten postoperativen Komplikationen bei älteren Patienten waren Hämatome, Infektionen und Wundheilungsstörungen.

Über ASPS
Die American Society of Plastic Surgeons (ASPS) ist die weltweit größte Vereinigung zertifizierter plastischer Chirurgen. Sie vertritt mehr als 7.000 Chirurgen. Der Verband gilt als führende Kompetenz- und Informationsquelle im Zusammenhang mit ästhetischer und rekonstruktiver plastischer Chirurgie. Die American Society of Plastic Surgeons umfasst mehr als 94 Prozent aller zertifizierten plastischen Chirurgen der Vereinigten Staaten. Die Vereinigung wurde 1931 gegründet und sie vertritt Ärzte, die von dem American Board of Plastic Surgery oder von dem Royal College of Physicians and Surgeons of Canada zertifiziert wurden. Die ASPS fördert die gute Versorgung von Patienten im Bereich der plastischen Chirurgie, und zwar indem sie hohe Standards in Bezug auf die Ausbildung und Ethik sowie auf die Tätigkeit der Ärzte und die Forschung in der plastischen Chirurgie unterstützt.

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