Achselschweiß

Achselschweiß ist Schweiß, der im Bereich der Achselhöhle gebildet wird. Die Produktion von Achselschweiß und jeder anderen Art von Schweiß ist Bestandteil der natürlichen Temperaturregulation des menschlichen Körpers.

Schweißproduktion in der Achsel

Das Schwitzen (medizinisch auch Transpiration oder Diaphorese genannt) dient der Abgabe von Wärme. Folglich schwitzen Menschen, um einen unerwünschten Anstieg der Körpertemperatur zu verhindern. Verdunstet das ausgeschwitzte Wasser, entsteht Verdunstungskälte. Achselschweiß und Körperschweiß entsteht vor allem dann, wenn es draußen warm ist oder wenn wir durch Bewegung und Sport innerlich Wärme erzeugen. Aber auch durch Stress wird vermehrtes Schwitzgen ausgelöst. Verantwortlich dafür ist eine stressbedingte Anregung des unwillkürlichen Nervensystems, wodurch es zur Ausschüttung des Botenstoffes Acetylcholin und des Stress-Hormons Adrenalin kommt. Dadurch wird unter anderem die Schweißproduktion angeregt.1

Insgesamt haben Menschen bis zu vier Millionen Schweißdrüsen.2 Der für die Wärmeregulation nötige, wässrige Schweiß wird von den sogenannten ekkrinen Drüsen produziert. Diese sind auf der gesamten Haut verteilt und können pro Tag mehr als zehn Liter Schweiß produzieren. Ohne Sport und große Hitzeeinwirkung werden in der Regel jedoch nur um die 150 Milliliter Schweiß pro Tag gebildet.

Warum riecht Achselschweiß besonders stark?

Der Achselschweiß wird oft besonders stark wahrgenommen, da in den Achseln viele Schweißdrüsen liegen. Zum anderen ist in der verdeckt liegenden Achsel aber auch die Verdunstung erschwert. Dadurch bleibt die Haut länger nass und Bakterien finden gute Vermehrungsbedingungen. Frischer Schweiß ist weitestgehend geruchlos. Erst der Abbau langkettiger Fettsäuren durch Bakterien sorgt für geruchsintensive Abbaustoffe wie Buttersäure. Der typische, unangenehme Schweißgeruch entsteht.

Zusätzlich kommt beim Achselschweiß noch eine Besonderheit hinzu, die ihn besonders geruchsintensiv macht. In behaarten Körperregionen wie der Achsel und im Intimbereich findet man auch apokrine Schweißdrüsen. Diese bilden nur wenig Sekret, das aber viele Lipide und Proteine enthält, deren Abbauprodukte geruchsintensiv sind. Die apokrinen Drüsen sind vermutlich auch für die Bildung bestimmter Pheromone verantwortlich. Pheromone sind flüchtige Duftstoffe, die als Sexuallockstoff dienen oder das Verhalten anderer Menschen beeinflussen können.3 Ein Grund für übermäßigen Geruch von Achselschweiß kann jedoch auch eine krankhaft erhöhte Schweißproduktion sein (siehe auch Hyperhidrose und Schweißdrüsenentfernung).

Quellen

  1. Hu Y, et al. Neural control of sweat secretion: a review. HBr J Dermatol. 2018 Jun;178(6):1246-1256.
  2. Tansey EA, Johnson CD. Recent advances in thermoregulation. Adv Physiol Educ. 2015 Sep;39(3):139-48.
  3. Cohn BA. In search of human skin pheromones. Arch Dermatol. 1994 Aug;130(8):1048-51.
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