Plastische Chirurgie

Die Plastische Chirurgie ist ein Fachgebiet der Chirurgie, das sich mit der Veränderung oder Wiederherstellung der Form und Funktion beschäftigt. Die Eingriffe betreffen dabei in der Regel Organe, Haut oder Gewebe, die nach außen hin sichtbar sind. Darunter fallen neben der Schönheitschirurgie auch verschiedene weitere medizinische Einsatzmöglichkeiten und Schwerpunkte der Plastischen Chirurgie.

Was ist Plastische Chirurgie?

Der Name Plastische Chirurgie entstand vor rund 200 Jahren. Der deutsche Chirurg Karl Ferdinand von Graefe nannte eine Operation der Nase 1818 erstmals “Rhinoplastik”.1 Das führte dazu, dass rekonstruktive und formverändernde Operationen ab dann die Endung –plastik erhielten. 1838 benannte Eduard Zeis deshalb das entsprechende Fachgebiet der rekonstruktiven Operationen “plastische Chirurgie”, was sich schnell durchsetzte.2 Bis heute fallen unter die Plastische Chirurgie alle Eingriffe, die geschädigte, verunstaltete oder auch als ästhetisch unschön empfundene Körperteile neu formen oder wiederaufbauen.

Ein Facharzt der Plastischen Chirurgie wird seit 2018 als Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie bezeichnet. Möchte jemand in Deutschland Plastischer Chirurg werden, schließt sich dafür an das Medizinstudium eine sechs Jahre (bzw. 72 Monate) dauernde Weiterbildung an.

Hauptrichtungen der Plastischen Chirurgie

Zur Plastischen Chirurgie gehören vier Hauptrichtungen. Diese unterscheiden sich zum einen im Grund für die Eingriffe (medizinisch notwendig bzw. funktional oder kosmetisch-ästhetisch), aber auch im zu behandelnden Körperbereich.

Ästhetische Chirurgie (Schönheitschirurgie)

Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Fachrichtungen der Medizin, werden in der ästhetischen Chirurgie nicht nur medizinisch notwendige Operationen durchgeführt. Hauptgrund ist hier eine Unzufriedenheit mit dem Äußeren und der Wunsch des Patienten nach einer Verbesserung des Erscheinungsbildes. Außerdem können sich auch schwere psychische Belastungen, eine eingeschränkte Lebensqualität oder fehlendes Selbstwertgefühl durch eine kosmetisch-ästhetische Operation bessern.

Rekonstruktive Chirurgie

Die Rekonstruktive Chirurgie kümmert sich um die Wiederherstellung (Rekonstruktion) der Form oder Funktion von Körperbereichen. Gründe, die eine Rekonstruktion nötig machen, können Fehlbildungen, entstellende Narben, Tumoroperationen, Unfälle oder Defekte durch vorangegangene Operationen sein. Ein Beispiel ist die Rekonstruktion der Brust nach einer krebsbedingten Brustentfernung.

Handchirurgie

In der Handchirurgie überschneiden sich Plastische Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie. Handchirurgen behandeln Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankung der Hände. Dabei werden die Handgelenke und Unterarme mit einbezogen, da Sehnen, Nerven und Muskeln der Hände dort entlanglaufen.

Verbrennungschirurgie

Verbrennungen können zu Gewebeschädigungen und großflächigen, verhärteten Narben führen. Die Plastische Chirurgie kümmert sich in diesem Fachbereich aber nicht nur um Verbrennungen, sondern auch um Verätzungen oder Verletzungen durch Strom.

Militärchirurgie

Die Plastische Chirurgie spielt dort eine große Rolle, wo es häufig zu Verletzungen kommt. Darunter fallen auch Kriegsgebiete. Deshalb kommen Plastische Chirurgen als Militärärzte oder als Helfer in Kriegsgebieten zum Einsatz.3

Quellen

  1. Graefe CF. Rhinoplastik oder die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen. Berlin 1818.
  2. Macionis V. History of plastic surgery: Art, philosophy, and rhinoplasty. J Plast Reconstr Aesthet Surg. 2018 Jul;71(7):1086-1092.
  3. Fox JP, et al. Plastic Surgery at War: A Scoping Review of Current Conflicts. Mil Med. 2021 Jan 30;186(3-4):e327-e335.
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