Anisomastie

Von Anisomastie spricht man, wenn die Brüste einer Frau unterschiedlich groß sind. Asymmetrische oder ungleiche Brüste sind jedoch eher die Regel, als die Ausnahme. Oft sind die Unterschiede jedoch so klein, dass sie optisch nur wenig auffallen. Eine echte Anisomastie liegt nur vor, wenn die Unterschiede deutlich ausgeprägt sind.

Anisomastie: Stark asymmetrische oder ungleiche Brüste

Eine Anisomastie ist eine medizinische Diagnose, die vorliegt, wenn Brüste sich stark voneinander unterscheiden. Eine leichte Asymmetrie hingegen ist völlig normal. Häufig ist bei Frauen, die Rechtshänderinnen sind, die rechte Brust etwas größer. Entsprechend sieht es mit der linken Brust bei Linkshänderinnen aus. Von Anisomastie sprechen Ärzte dann, wenn der Unterschied mindestens eine ganze Körbchengröße beträgt oder wenn der Unterschied optisch stark ins Auge fällt.

Bei der Anisomastie kann sich die Größe der beiden Brüste, die Form oder beides unterscheiden. Problematisch wird es für Frauen häufig dann, wenn die Anisomastie im Alltag spürbar wird. Das kann der Fall sein, wenn der Größenunterschied optisch deutlich sichtbar wird und es dadurch zu psychischen Beeinträchtigungen, Scham oder einem sinkenden Selbstwertgefühl kommt. Auch der Kauf von Büstenhaltern ist erschwert, wenn sich die Körbchengröße links und rechts unterscheidet.

Ursachen von Anisomastie

Die Anisomastie beruht meist auf einer genetischen Veranlagung. Manchmal ist das schon bei kleinen Kindern ersichtlich. Meist jedoch bemerken Mädchen in der Pubertät, dass die Brüste ungleich wachsen.1 Medizinisch schädlich ist das nicht, kann jedoch stark belasten. Zudem gibt es zwei Anlagestörungen der Brust, die mit einer Anisomastie verbunden sein können. Beim seltenen Poland-Syndrom sind auf einer Seite der Brustmuskel und die Brustdrüse nicht korrekt angelegt.2 Beim Amazonen-Syndrom ist der Brustmuskel nicht betroffen, aber das Brustdrüsengewebe auf einer Seite fehlt teilweise oder ganz. Der Name geht auf die Sage zurück, nach der sich die Amazonen eine Brust entfernt haben sollen, um Pfeil und Bogen besser handhaben zu können.

Allerdings ist eine Anisomastie nicht immer angeboren, sondern kann auch später entstehen. So können Brustverletzungen, Infektionen, Entzündungen oder Geschwulste das Brustgewebe schädigen und zu Veränderungen führen. Auch wenn Brustkrebs bestrahlt wird, kann eine Anisomastie entstehen.

Korrektur der Anisomastie

Eine Korrektur der Anisomastie ist durch Plastische Chirurgie möglich. Dabei kommen vier Möglichkeiten in Frage:

  • Die Vergrößerung der kleineren Brust mit Eigenfett3, das im Rahmen einer Fettabsaugung an anderer Stelle entnommen und aufgereinigt wird.
  • Die Vergrößerung der kleineren Brust mit einem genau passenden Implantat.
  • Die Verkleinerung der größeren Brust durch eine Brustverkleinerung und / oder Bruststraffung.
  • Eine Kombination einer Vergrößerungs- und Verkleinerungsoperation, bei der die Formen beider Brüste exakt aneinander angepasst werden.

Quellen

  1. Heitmann C, et al. Differentialdiagnose der Anisomastie in der Jugendgynäkologischen Sprechstunde. 2004. Zentralblatt für Gynäkologie 126(03).
  2. Vazirnia A, Cohen PR. Poland’s syndrome: a concise review of the clinical features highlighting associated dermatologic manifestations. Am J Clin Dermatol. 2015 Aug;16(4):295-301.
  3. Rezek D. Stellenwert der autologen Fetttransplantation in der Brustheilkunde. Journal für Ästhetische Chirurgie 2015. Vol 8, p50-56.
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