Lipomastie

Die Lipomastie führt durch Fetteinlagerungen zu einer vergrößerten Männerbrust (auch Männerbusen genannt). Dadurch ähnelt sie optisch einer Gynäkomastie und wird deshalb auch Pseudogynäkomastie genannt. Neben Übergewicht zählen auch Fettverteilungsstörungen zu den Ursachen. Je nach Ausprägung kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Dazu zählen Methoden zur Gewichtsreduktion oder die Fettabsaugung (Liposuktion).

Was ist Lipomastie (Pseudogynäkomastie)?

Bei Männern tritt eine vergrößerte Brust häufig auf. Oft handelt es sich dabei um die Lipomastie. Als Lipomastie wird die vermehrte Einlagerung von Fett in die Männerbrust bezeichnet. Die Brust sieht vergrößert aus und kann bei starker Ausprägung herabhängen und eine deutliche Unterbrustfalte bilden.

Ursachen der Lipomastie

Die Ursache für eine Lipomastie ist häufig Übergewicht bzw. Adipositas. Neben dem Übergewicht tragen auch zu wenig Sport, genereller Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung zur Entstehung der Fettbrust bei. Es kann vorkommen, dass ein durch Übergewicht verursachter Männerbusen nach einer Gewichtsabnahme nicht (oder nicht vollständig) verschwindet. Manchmal haben auch schlankere Männer eine ausgeprägte Männerbrust. In diesen Fällen könnte eine Fettverteilungsstörung zu Grunde liegen, die dazu führt, dass anteilsmäßig mehr Fett an der Brust eingelagert wird als an anderen Körperbereichen. Mediziner vermuten, dass bei der Lipomastie eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt, die jedoch erst bei Übergewicht zum Tragen kommt. Eine weitere Ursache für vergrößerte Brüste beim Mann können bestimmte Medikamente darstellen. Beispielsweise können im Falle einer HIV-Infektion die eingesetzten antiviralen Medikamente zu einer Lipomastie führen.1 Außerdem können in selteneren Fällen auch Hämatome oder Tumore eine (dann meist einseitige) Lipomastie auslösen.

Unterschied Lipomastie und Gynäkomastie

Bei einer Lipomastie (Pseudogynäkomastie) wird nur Fett in die Brust eingelagert. Dagegen kommt es bei einer echten Gynäkomastie durch hormonelle Auslöser auch zum Wachstum von Drüsengewebe in der Männerbrust. Äußerlich sehen beide Formen sehr ähnlich aus.2 Deshalb kann eine Abgrenzung nur durch eine ärztliche Diagnostik stattfinden, die durch Tastuntersuchungen oder Ultraschall erfolgt.

Lipomastie behandeln

Eine Lipomastie kommt vorwiegend bei adipösen Männern vor. Deshalb stehen als Maßnahmen zur Behandlung oft Diäten und Sport im Vordergrund. Es gibt jedoch auch hartnäckige Fetteinlagerungen in der Männerbrust, die sich durch eine Gewichtsreduktion nicht vollständig beseitigen lassen. In diesen Fällen ist eine Fettabsaugung möglich.

Sport und Gewichtsreduktion

Entsteht eine vergrößerte Brust beim Mann durch Adipositas, raten Experten zunächst zu einer Gewichtsreduktion. Sinkt der Anteil an Körperfett, bildet sich in der Regel auch die Männerbrust zurück. Zusätzlich zum Abnehmen können Sport und spezielle Kraftübungen dafür sorgen, dass mehr Muskelmasse und ein trainierter Brustmuskel zusätzlich für eine flachere Brust sorgen.

Bei sehr hohem Übergewicht können operative Verkleinerungen des Magens (Schlauchmagen, Magen-Bypass oder Magenband) für eine schnellere Gewichtsabnahme sorgen.

Entfernung der Männerbrust durch Fettabsaugung

In manchen Fällen beruht die Lipomastie auf einer Störung in der Fettverteilung. Dadurch kann es für Betroffene erschwert sein, das Fett in der Brust gezielt durch Diäten oder Sport zu reduzieren. Das kann zu psychischen Belastungen führen, da eine vergrößerte Brust oft als unmännlich und unsportlich empfunden wird. Eine dauerhafte und vollständige Entfernung der Fettzellen in der Brust ist durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) möglich. Dadurch wird die Brust flacher. Zudem kann kein neues Fett eingelagert werden. Das Einführen der Kanülen für die Fettabsaugung erfolgt über unauffällige Stellen in der Achsel oder am Warzenhof der Brustwarze, sodass möglichst keine sichtbaren Narben zurückbleiben. Bei einer sehr stark ausgeprägten Lipomastie können nach einer Fettabsaugung überdehnte Haut und Hautüberschüsse zurückbleiben. Diese bilden sich manchmal innerhalb einiger Monate zurück, können jedoch auch irreversibel sein, was durch eine nachgeschaltete Hautstraffung korrigiert werden kann.
 

Quellen

  1. Deonarain J, et al. Bilateral lipomastia in men: a side effect of highly active antiretroviral therapy. Int J Surg Pathol. 2008 Apr;16(2):171-5.
  2. Charlot M, et al. Pathologies of the male breast. Diagn Interv Imaging. 2013 Jan;94(1):26-37.

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