Alopezie

Unter Alopezie versteht man einen Haarverlust, bei dem mit der Zeit sichtlich Haare verloren gehen. Im Gegensatz dazu steht der normale Haarausfall, der im Rahmen des Wachstums und der Erneuerung der Haare täglich bei jedem Menschen stattfindet.

Wann spricht man von Alopezie?

Menschliche Haare erneuern sich stetig. Im Normalfall wächst für jedes ausgefallene Haar ein neues Haar nach. Verliert man über mehrere Wochen mehr als 100 Haare täglich, sprechen Mediziner von einer Alopezie. Diese äußert sich in schütter werdendem Haar, klar abgegrenzten kahlen Stellen oder einzelnen, kahl werdenden Bereichen im Bereich der Kopfhaare. Alopezie kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten. Dahinter verbergen sich verschiedene, mögliche Ursachen.

Ursachen von Haarausfall (Alopezie)

Die häufigste und bekannteste Form der Alopezie ist der erblich bedingte (anlagebedingte) Haarausfall beim Mann. In diesem Fall reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf die aktive Form des Testosterons, das Dihydro-Testosteron (DHT). Davon sind 60 bis 80 Prozent aller Männer betroffen. Typische Symptome sind, dass zunächst Stirn, Geheimratsecken (Schläfen) und Oberkopf betroffen sind. Dann lichtet sich das Haar stetig weiter, bis sich nur noch ein Haarkranz über den Ohren am Hinterkopf entlang erstreckt. Auch Frauen können von einer hormonell bedingten Alopezie betroffen sein. Bei ihnen lichten sich die Haare dann oft überwiegend am Oberkopf im Bereich des Scheitels.

Weitere Formen der Alopezie sind der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) oder ein diffuser Haarverlust, der zum Beispiel durch einen Mangel an bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen bedingt sein kann.

Behandlung einer Alopezie

Eine Alopezie sollte ärztlich abgeklärt werden, um die Ursache des Haarausfalls zu bestimmen. Unter Umständen lassen sich bestimmte Gründe wie Zink- oder Eisenmangel vergleichsweise einfach beheben.1 Eine hormonell bedingte Alopezie fängt früher an und schreitet schneller voran, wenn bestimmte Faktoren wie Stress2 und Rauchen hinzukommen. Vorbeugend und abmildernd kann deshalb die Reduktion von Risikofaktoren wirken. Bestimmte Medikamente können zudem die Alopezie verlangsamen. Auch die PRP (Platelet Rich Plasma, Bluttplättchen-reiches Plasma) Therapie wurde schon erfolgreich bei Haarausfall eingesetzt. Die Wirkungsweise: Blutplättchen (Thrombozyten) sind reich an Wachstumshormonen. Eine Injektion von Blutplättchen-reichem Plasma kann die Durchblutung der Kopfhaut verbessern, indem durch die Wachstumsfaktoren die Neubildung von Blutgefäßen anregt wird.3

Ein kompletter Haarverlust ist allerdings irreversibel. In diesem Fall gibt es nur zwei Möglichkeiten: Bei einer Haartransplantation (Eigenhaartransplantation) werden DHT-unempfindliche Haarwurzeln aus dem Hinterkopfbereich entnommen und verpflanzt. Die zweite Möglichkeit ist es, die Alopezie zu akzeptieren und den Haarverlust zu kaschieren. Beispielsweise kann das durch Rasieren des Kopfes; Haarteile oder Mützen geschehen.

Quellen

  1. Guo EL, Katta R. Diet and hair loss: effects of nutrient deficiency and supplement use. Dermatol Pract Concept. 2017 Jan; 7(1): 1–10.
  2. Botchkarev VA. Stress and the Hair Follicle: Exploring the Connections. Am J Pathol. 2003; 162(3): 709–712.
  3. Gupta AK, Carviel JL. Meta-analysis of efficacy of platelet-rich plasma therapy for androgenetic alopecia. J Dermatolog Treat. 2017;28(1):55-58.

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