Wundheilung

Die Wundheilung sorgt dafür, dass Verletzungen und Defekte in der Haut, an Schleimhäuten oder am Gewebe schnell verschlossen und anschließend repariert werden. Dadurch wird die Funktion dieser Körperbereiche wiederhergestellt und Infektionen werden verhindert. Eine möglichst optimal ablaufende Wundheilung ist auch ein wichtiger Faktor bei der Durchführung von medizinischen Eingriffen und Schönheitsoperationen.

Ablauf der Wundheilung

Die Heilung einer Wunde verläuft in verschiedenen Phasen. Die exakte Dauer der Phasen kann je nach Schwere der Wunde sehr unterschiedlich sein. Angegeben sind Durchschnittswerte.

  • Tag 1 bis 3 – Exsudationsphase (Reinigungsphase): Die Blutgerinnung sorgt für einen ersten Verschluss der Wunde. Schmutz und Krankheitserreger werden durch die vermehrte Bildung von Wundsekret ausgeschwemmt.
  • Tag 4 bis 14 – Granulationsphase: Die Wundregion wird gut durchblutet. Intensive Reparaturprozesse laufen ab. Durch die Einlagerung von festigenden Fasern schrumpft die Wunde.
  • Tag 14 bis ca. 3 Monate – Regenerationsphase: Die Wunde verheilt, die Oberfläche glättet sich. Es entsteht ein vorläufiges Narbengewebe.
  • Bis zu 2 Jahre lang – Prozess der Narbenreifung: Die Narbe wird zunehmend blasser, flacher und weicher. Mehr dazu im Eintrag zur Narbenbildung.

Welche Faktoren verschlechtern die Wundheilung?

Eine gute Wundheilung erfordert mehrere verschiedene Voraussetzungen. Diese liegen zum einen im verletzten Menschen selbst. Denn es gibt Faktoren, die die Wundheilung verschlechtern. Dazu gehört das Rauchen. Studienergebnisse zeigen, dass Wunden bei Rauchern schlechter heilen, da Nikotin die Sauerstoffversorgung im Gewebe verschlechtert und Einfluss auf verschiedene Faktoren des Immunsystems und der Wundheilung hat.1 Außerdem heilen Wunden schlechter bei Diabetes, Niereninsuffizienz, einem schlechten Immunsystem, Mangelernährung sowie bei älteren Menschen und Menschen mit starkem Übergewicht. Auch bestimmte Medikamente (beispielsweise Chemotherapie, Steroide) können die Wundheilung verschlechtern.2

Eine schlechte Wundheilung kann auch mit der Wunde zusammenhängen. Große Wunden, Veunreinigungen mit Fremdkörpern und Schmutz oder eine ungünstige Lage der Lage (beispielsweise an einem häufig bewegten Gelenk) können Komplikationen verursachen oder die Heilungsdauer verlängern.

Wundheilung nach Schönheitsoperationen

Grundsätzlich heilen Wunden nach Operationen und Schönheitsoperationen meist schnell und gut. Hierbei findet eine sogenannte primäre Wundheilung statt. Das heißt, die Wundränder können direkt zusammenwachsen. Es entsteht nur eine schmale, strichförmige Narbe. Im Gegensatz dazu kommt es bei Schürfwunden oder großflächige Wunden zur länger dauernden sekundären Wundheilung. Hier muss der Körper nach und nach von innen her neues Gewebe bilden. Es entsteht eine größere Narbenfläche.

Bei Schönheitsoperationen sorgt der Plastische Chirurg zusätzlich durch verschiedene Maßnahmen für eine möglichst optimale Wundheilung und geringe Narbenbildung. Bei Straffungsoperationen (Facelift, Bruststraffung, Bauchstraffung) gehört dazu, dass die Haut zwar gestrafft wird, die Wundnaht jedoch nicht unter Spannung steht. Zusätzlich können verschiedene Maßnahmen die Wundheilung verbessern. Darunter fallen optimale Wundabdeckungen, vorbeugende Medikamente (beispielsweise Antibiotika) bei erhöhter Infektionsgefahr, Nicht-Rauchen nach der Operation und ein Schutz der Wunden vor UV-Strahlung.3

Quellen

  1. Sørensen LT. Wound healing and infection in surgery: the pathophysiological impact of smoking, smoking cessation, and nicotine replacement therapy: a systematic review. Ann Surg. 2012 Jun;255(6):1069-79.
  2. Beyene RT, et al. The Effect of Comorbidities on Wound Healing. Surg Clin North Am. 2020 Aug;100(4):695-705.
  3. Gantwerker EA, Hom DB. Skin: histology and physiology of wound healing. Facial Plast Surg Clin North Am. 2011 Aug;19(3):441-53.

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